Andere Matratzen: Detail-Informationen
[Latexmatratze | Schaumstoffmatratze | Wasserbett |
Alternative Schlafsysteme | Konsumenten-Tips]
Einleitung ...
Das Matratzengeschäft ist bis heute - trotz des allgemeinen Trends zu globalisierenden Märkten - ein sehr regionales Geschäft geblieben.
In Asien zum Beispiel fühlen sich die Konsumenten auf - für europäisches Empfinden - sehr harten Matratzen wohl.
Die Amerikaner schlafen gerne auf «wulstig» gepolsterten Betten mit einem Unterbett aus sogenannten Boxspringfedern und die Italiener bevorzugen eher weiche Systeme.Durch die länderspezifischen, respektive regionalen Eigenheiten kommt dem Fachhandel eine sehr wichtige Beraterrolle zu.
Latexmatratze
Die 100-prozentige Naturlatexmatratze gibt es kaum, da dieser Naturlatex nicht die gewünschte Dauerhaftigkeit und Festigkeit aufweisen kann. Was als «Naturlatex» angeboten wird, hat meist nur einen Naturkautschukanteil von etwa 20 - 40 Prozent. Ausserdem ist der Naturlatex nicht nur ein sehr teurer Rohstoff, sondern bei der industriellen Matratzenherstellung nicht immer in gleicher Qualität produzierbar.
Es stellt sich auch die Frage, ob das Anpflanzen von Kautschukbaummonokulturen sinnvoll ist.
Sogenannte «Naturlatexmatratzen» sind weder ökologisch noch «liegetechnisch» bessere Produkte als Latex aus synthetischer Produktion.
Daher wird weitgehend sythetischer Latex, dessen Eigenschaften dem natürlichen ähneln, mitverarbeitet.
Meistens wird ein Gemisch aus Natur- und Syntheselatex verwendet. Das synthetische Material wird aus Rohöl gewonnen, der kleinere natürliche Teil aus dem milchigen Saft des Gummibaumes.
Latexmatratzen werden in unterschiedlichen Härten und Kombinationen hergestellt und angeboten, wie zB. Kerne aus verschiedenen Latexschichten, mit einem Kern aus Roggenstroh oder Kokos, mit Auflagen aus Schaumstoff und anderen Polsterstoffen.
Inzwischen sind Latexmatratzen nach den Federkernmatratzen in Deutschland das meist verkaufte Produkt.
Latexmatratzen gelten als Hochpreisprodukte.
Schaumstoffmatratze
Das synthetische Polyurethan (heute ohne FCKW) ist der Grundstoff für Schaumstoffmatratzen. Die Qualität eines Schaumstoffs lässt sich unter anderem am Raumgewicht ablesen. Es zeigt, wieviel ein Kubikmeter Schaum wiegt: so zB Raumgewicht (RG) = 40 kg Schaumstoff/ m3.Eine Matratze mit hohem Raumgewicht ist in der Regel elastischer, haltbarer und tragfähiger als eine mit kleinem Gewicht. Je geringer das Raumgewicht, desto geringer ist das Wiederaufrichtevermögen, was die Kuhlenbildung fördert. Eine hochwertige Matratze wiegt mindestens 40 bis 50 kg/m3 eine mittlere 30 bis 35 kg/m3.
Das Raumgewicht einer Matratze hat nichts mit deren Härte zu tun. So kann eine harte Unterlage ein niedriges Raumgewicht aufweisen und umgekehrt. An der scheinbaren Härte lässt sich die Matratzenqualität also nicht erkennen!
Schaumstoffmatratzen sind in den unterschiedlichsten Ausführungen zu haben: mit einer harten oder einer weichen Liegefläche, mit verstärktem Mittelteil, mit Luftkanälen zum besseren Feuchtigkeitsausgleich oder mit diversen Polsterschichten.
Trotz all diesen Anstrengungen, können Schaumstoffmatratzen nicht das gleich gute Bettklima gewährleisten, wie Federkernmatratzen.
Schaumstoffmatratzen sind typischerweise im mittleren Preissegment angesiedelt, was sich auch in ihrer Lebensdauer auswirkt. Im Zusammenhang mit Schaumstoffmatratzen muss in aller Regel auch das dazu passende, relativ teure Unterbett, gekauft werden.
Wasserbett
Es findet bei einem kleineren Teil der Konsumenten Anklang (ca. 3%).
Der Aufbau des Wasserbettes bedarf aufgrund des Wassers eines komplizierten Verfahrens.Dieses Schlafsystem besteht aus verschiedenen Komponenten. Das Wasser wird in einem Wasserkern aus Vinylfolien gespeichert. Der Kern wird als Freeflow, mittel oder stark wellenberuhigt angeboten.
Wie fest ein Wasserbett schwingt muss vom Konsument selber beurteilt werden.Das Wasser muss mit einem sogenannten «Wasserkonditionierer» ausgerüstet sein, damit es nicht zur Fäulnisbildung kommt. Um diesen Kern wird eine Polsterwanne mit einer Sicherheitsfolie, die den Wasserkern hält und bei allfälliger Beschädigung der Folie das Wasser am Auslaufen hindern soll, angebracht.
Das ganze System muss zur erforderlichen Gewichtsverteilung auf ein Podest plaziert werden. Darüber wird ein abnehmbarer Drellbezug angebracht.
Das ganze System muss geheizt werden, um den nötigen Komfort zu erzielen und das Entstehen von Schimmelpilzen zu verringern. Die Heizung kann normalerweise auf 20 - 37 ° C eingestellt werden. Durch Heizungsverbesserungen sollen statische Aufladungen des Schlafsystemes angeblich verkleinert worden sein.
Durch absolutes wasser- respektive luftdichtes Verschliessen des Matratzenkernes kann keinerlei Feuchtigkeit - wie bei anderen Matratzensystemen - nach unten entweichen.
Es gilt zu berücksichtigen, dass für Wasserbetten eine spezielle Hausratsversicherung abgeschlossen werden muss.
Alternative Schlafsysteme
[Rosshaarmatratzen | Kapokmatratze | Kokosmatratzen | Roggenstrohmatratze]Einleitung
Die Schlafstatt für Anhänger einer natürlichen Lebensweise kann komplett mit «naturbelassenen» Materialien ausgestattet werden. Der Verzicht auf Metallteile, Schaumstoffe, Kunststoffe, synthetische Fasern, Kunstharzlacke und Kunststoffleime zeichnen das «Naturbett» aus.
Bei empfindlichen Menschen treten - unter Verwendung von alternativen Schlafsystemen - wesentlich mehr allergische Probleme auf, wie bei anderen Schlafsystemen.
Es werden nur tierische und pflanzliche Fasern verwendet. Für solche Matratzen greift man auf traditionelle Füllstoffe wie Schafwolle, Rosshaar, Kapok, Sisal, Kokos, Torf und Stroh zurück. Diese Materialien werden entweder allein oder in verschiedenen Kombinationen verarbeitet. Der kaum existente «reine Naturlatex» würde ebenfalls in diese Kategorie gehören.
Moderne Schlafunterlagen - wie zB. Federkermatratzen - bedürfen weniger starker Fürsorge durch den Benutzer als «Naturmatratzen».
«Alternativ-Matratzen» sollten regelmässig gedreht und gewendet werden, damit einseitiger Belastung entgegengewirkt werden kann.
Rosshaarmatratze
Die relativ gute Feuchteregulierung, wie auch das wärmehaltende, und luftdurchlässige Polster werden durch das spiralförmig gekräuselte Haar gebildet. Ähnlich wie Schafwolle kann auch das Pferdehaar bis zu ca. 20 % seines Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Anteile von Mähnen oder Rinderhaaren machen die Matratzen anpassungsfähiger, wogegen Rossschweifhaare härtere Matratzen ergeben.Da Rosshaarmatratzen ein sehr hohes Gewicht aufweisen, werden sie auch heute noch oft in zwei Teilen angeboten.
In Sachen Preis sind heute die Pferdeschweifhaare Spitzenreiter.
Kapokmatratze
Die luftgefüllte Fruchtfaser einer tropischen Pflanze wird als Kapok bezeichnet. Die «Pflanzendaunen» sind sehr leicht, fein und wärmeisolierend. Sie gelten ausserdem als antibakteriell und keimfrei und ergeben eine feste, aber elastische Matratze die viel Feuchtigkeit aufnehmen kann und warm hält.Obwohl die Verarbeitung derjenigen der Rosshaarmatratze entspricht, ist sie viel leichter als andere Vollpolstermatratzen, kann aber im Gegensatz zu diesen nicht aufgearbeitet werden.
Kokosfasernmatratze
Die festen, formbeständigen Naturmatratzen werden aus den Hartfasern der Kokospalme gearbeitet. Sie sind unempfindlich gegen Feuchtigkeit.Besonders empfohlen werden diese Matratzen Menschen mit Allergien gegen Tierhaare.
Da sich Kokosfasern nicht für dicke Füllungen eignen, werden diese zu flachen Matten versponnen und auf Jute gesteppt. Eine Matratze in üblicher Höhe besteht aus etwa 5 solcher Polstermatten. Zusammen mit einer Wollauflage erreichen sie dann eine Höhe von ca. 6 cm und werden als Flachmatratze angeboten.
Die Schlafunterlage wird in Kombination mit Sisalfasern etwas elastischer.
Roggenstrohmatratze
Für ausgesprochene «Hartschläfer» eignet sich diese reine Strohkernmatratze.
Das gereinigte Roggenstroh wird mit einem Jutegewebe versteppt. Indem das Stroh auf etwa einen Viertel des ursprünglichen Volumens zusammengepresst wird, erhält die Matratze zT. ihre Festigkeit.
Obwohl sich bei diesen Ausführungen nicht mehr so schnell Kuhlen bilden wie früher, sollte man sie doch regelmässig wenden, wenn dies bei der Gewichtsklasse über 20 Kilo auch schwerfällt.
Konsumenten-Tips / Fazit Machen Sie sich im Fachhandel und bei Freunden schlau und wählen Sie Ihr Bettsystem. Latexmatratzen Ab 300 € kann mit einer guten Matratzenqualität gerechnet werden. Latexmatratzen sind für aufwendige - relativ teure Lattenrostkonstruktionen (zB motorisch verstellbar) besonders geeignet. Schaumstoffmatratzen Sie sollten ein Raumgewicht (RG) von mindestens 40 - 50 kg/m3 aufweisen. Ab ca. 150 € kann mit einer guten Matratzenqualität gerechnet werden. Schaumstoffmatratzen benötigen ein relativ teures Unterbett («Lattenrost»). Wasserbetten Ab ca. 800 € kann mit einer guter Wassermatratze, ab ca. 3'000 mit einem guten Wasserbett gerechnet werden. Beachten Sie dass Ihr Schlafraumboden eine Tragkraft von mindesten 300kg/m2 aufweisen muss ! Wasserbetten benötigen einen Zusatz in der Hausratversicherung ! Alternative Schlafsysteme Rosshaarmatratzen: ab ca. 800 € ist mit einer guten Qualität zu rechnen. Kapokmatratzen: ab ca. 500 € ist mit einer guten Qualität zu rechnen. Kokosfasernmatratzen: ab ca. 500 € ist mit einer guten Qualität zu rechnen. Roggenstrohmatratzen: ab ca. 700 € ist mit einer guten Qualität zu rechnen. Anfangs strömen alle Naturmatratzen einen deutlichen tierischen, beziehungsweise pflanzlichen Geruch aus, der erst nach etwa acht Wochen nachlässt. Auf Dauer bleiben alternative Matratzen - auch bei guter Pflege - nicht in Form. Die Füllung muss je nach Material und Verarbeitung nach einiger Zeit aufgearbeitet werden. Realistisch sind wohl die Garantiezusagen von bis zu höchstens 5 Jahren bei sachgerechter Behandlung.
by KM